Unkraut richtig bekämpfen
Kurz zusammengefasst: Unkraut im Rasen wird am effektivsten mit selektiven Herbiziden auf Basis von MCPA, 2,4-D, MCPP-P und Dicamba bekämpft. Die beste Zeit für die Behandlung ist Frühjahr bis Frühsommer bei Temperaturen zwischen 10–25 °C und trockenem Wetter. Vor und nach der Behandlung 4 bzw. 2 Tage Mähpause einhalten. Freigewordene Stellen sofort mit Nachsaat schließen, sonst siedelt sich neues Unkraut an.
In der professionellen Rasenpflege gibt es mehrere Gründe, warum Unkraut (meist breitblättriges) rechtzeitig und nach genauem Plan bekämpft und entfernt werden sollte. Standraum, Licht, Nährstoffe und Wasser sind begrenzt, und deshalb konkurrieren alle am Standort etablierten Pflanzen um die knappen Ressourcen bzw. verdrängen die wertvollen Rasengräser. Unkräuter stehen im direkten Wettbewerb mit anderen Pflanzen und sind oftmals wesentlich erfolgreicher als Rasengräser, weil sie meist anspruchsloser sind und die jeweiligen Standortbedingungen besser ausnutzen können.
Rasenflächen haben gerade in der professionellen Nutzung vielfältige Anforderungen wie Bespielbarkeit, kontrollierten Wasserhaushalt, Haltbarkeit der Grasnarbe oder die Möglichkeiten der maschinellen Pflege zu erfüllen. Deshalb ist es wichtig, die unerwünschten Unkräuter zu bekämpfen, damit die gesamten im Boden verfügbaren Nährstoffe ausschließlich den Rasengräsern zur Verfügung stehen. Hierfür kommen Unkrautvernichter sowie Rasendünger mit Unkrautvernichter zum Einsatz.
Chemische Unkrautvernichtung
Mit Unkräutern stark durchsetzte Rasenfläche
Biologische Unkrautvernichtung
Anwendungshinweise – das Wichtigste im Überblick
Gängige Rasenunkräuter im Überblick
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Unkrautbekämpfung im Rasen?
Die optimale Zeit für die Unkrautbekämpfung ist Frühjahr bis Frühsommer, wenn die Unkräuter aktiv wachsen und ausreichend Blattmasse für die Aufnahme des Wirkstoffs vorhanden ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 25 °C bei trockenem, wüchsigem Wetter. Behandlungen bei Hitze, Trockenheit oder Frost sind deutlich weniger wirksam.
Wann darf Rasendünger mit Unkrautvernichter ausgebracht werden?
Rasendünger mit Unkrautvernichter sollte bei Temperaturen zwischen 10 und 25 °C und leicht feuchtem Rasen ausgebracht werden, damit der Wirkstoff gut an den Blättern haftet. Mindestens 6–8 Stunden vor und nach der Anwendung sollte es trocken bleiben. Die Mähpause beträgt 4 Tage vor und 2 Tage nach der Behandlung.
Wie lange nach der Unkrautvernichter-Behandlung darf nicht gemäht werden?
Vor der Behandlung sollte eine Mähpause von mindestens 4 Tagen eingehalten werden, damit die Unkräuter ausreichend Blattmasse aufgebaut haben. Nach der Behandlung gilt eine Wartezeit von mindestens 2 Tagen, bevor wieder gemäht wird. So kann der Wirkstoff vollständig in die Pflanze einziehen.
Wie wird Unkraut dauerhaft aus dem Rasen entfernt?
Dauerhaft unkrautfreier Rasen entsteht durch eine Kombination aus gezielter Bekämpfung und konsequenter Nachsaat. Nach der Behandlung mit einem selektiven Herbizid werden die entstehenden Lücken sofort mit Rasensamen nachgesät — offene Stellen sind sonst eine Einladung für neues Unkraut. Regelmäßiges Düngen und Mähen stärkt die Grasnarbe langfristig gegen Unkrautdruck.
Welcher Unkrautvernichter wirkt auch gegen Gundermann und Klee?
Hartnäckige Unkräuter wie Gundermann und Klee benötigen eine breite Wirkstoffkombination aus MCPA, MCPP-P, 2,4-D und Dicamba. Produkte mit nur einem oder zwei Wirkstoffen haben hier oft Wirkungslücken. Loredo Quattro enthält alle relevanten Wirkstoffe inklusive Diflufenican und ist besonders effektiv gegen schwer bekämpfbare Arten.
Darf Unkrautvernichter auf frisch gesätem Rasen verwendet werden?
Nein. Junge Rasengräser im ersten Wachstumsjahr sind gegenüber selektiven Herbiziden empfindlich und können durch die Behandlung geschädigt werden. Erst ab dem zweiten Standjahr ist die Grasnarbe robust genug für eine Unkrautvernichter-Behandlung.
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