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Anthracnose (Brennfleckenkrankheit) — Erkennen & Vorbeugen

Kurz zusammengefasst: Anthracnose (Brennfleckenkrankheit) wird durch den Pilz Colletotrichum cereale verursacht und befällt geschwächte Rasengräser vor allem im Frühjahr und Herbst. Typisch sind gelblich-braune Flecken und schwarze dornenartige Auswüchse an den Halmen. Vorbeugung durch ausgewogene Düngung, Rasenfilzreduktion und Vermeidung von Stressfaktoren.

Der Erreger der Anthracnose, botanisch Colletotrichum cereale (Synonym: C. graminicola), tritt vorwiegend im Frühjahr und Frühsommer sowie im Herbst auf kurz gemähten Rasenflächen in Erscheinung. Als typischer Schwächeparasit befällt der Pilz bevorzugt geschwächte und gestresste Gräser. Das Symptombild ähnelt häufig dem Aussehen von Trockenstellen — eine Verwechslungsgefahr, die eine genaue Diagnose erschwert.

Wichtige Voraussetzungen für einen Befall sind Lufttemperaturen zwischen 15 °C und 25 °C sowie lang anhaltende Feuchtigkeit in der Grasnarbe.

Symptombild

Bei kühler und feuchter Witterung zeigen sich zu Beginn der Infektion vereinzelt wasserfleckenartige Symptome auf den Blättern. Bei wärmerer Witterung mit gleichzeitig hoher Luftfeuchte und eher trockenen Bodenbedingungen befällt der Pilz bevorzugt ältere Pflanzenteile.

Befallene Blätter zeigen zunächst rechteckige rötlichbraune Befallsstellen, die im Verlauf der Krankheitsentwicklung gelblich bis gelbbraun erscheinen, bevor das Gewebe abstirbt. Typisch für die Anthracnose ist die Ausbildung dornenartiger schwarzer Auswüchse an den Halmen der Gräser — die sogenannten Acervuli, die Fruchtkörper des Pilzes.

Anfänglich treten die Symptome unregelmäßig im Bestand auf und zeigen zunächst nur wenige Zentimeter Ausdehnung. Im Verlauf der Krankheit können sich diese Befallsstellen zu Flächen mit einem Ausmaß von mehreren Metern vereinigen.

Befallsfördernde Faktoren

  • Nährstoffmangel (Phosphor, Kali, Stickstoff)
  • Stress durch Tiefschnitt
  • Witterungsbedingter Stress durch Hitze oder Kälte
  • Häufige Wassergaben und Staunässe
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und lang anhaltende Feuchte in der Grasnarbe
  • Bodenverdichtungen
  • Übermäßiger Rasenfilz

Vorbeugende Maßnahmen

  1. Ausgewogene Düngung sicherstellen — Nährstoffdefizite bei Phosphor, Kali und Stickstoff vermeiden; auf Grundlage einer bodenchemischen Analyse düngen.
  2. Wassermanagement optimieren — Wasserstress in jeglicher Form vermeiden; Tau von den Rasengräsern frühzeitig entfernen.
  3. Rasenfilz reduzieren — regelmäßiges Vertikutieren und Aerifizieren schützen vor Filzansammlung als Nährstoffquelle für den Pilz.
  4. Bodenverdichtungen beseitigen — regelmäßiges Aerifizieren verbessert die Bodenstruktur und reduziert Stressfaktoren.
  5. Schnitthöhe anpassen — bei starkem Befallsdruck die Schnittlänge anheben und mechanischen Stress vermeiden.
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Bodenanalyse

Eine bodenchemische Nährstoffanalyse ist die Grundlage einer gezielten Düngung und hilft, Nährstoffdefizite zu erkennen, die Anthracnose begünstigen.

→ Zur Bodenanalyse

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Nachsaat nach Befall

Nach starkem Befallsdruck empfiehlt sich eine gezielte Nachsaat mit widerstandsfähigen Gräsermischungen, um kahle Bereiche schnell zu schließen.

→ Nachsaat entdecken

Bekämpfung und Fungizide

Der Einsatz von Fungiziden ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Sollte eine Behandlung erforderlich sein, zeigt der Wirkstoff Azoxystrobin eine Wirkung gegen Anthracnose. Fungizide können für B2C-Kunden nicht über rasenwelt bezogen werden — der Einsatz ist lizenzierten Fachbetrieben vorbehalten. Bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sind stets das aktuell geltende Pflanzenschutzgesetz sowie die Zulassungssituation im jeweiligen Bundesland zu beachten.

Zu beachten ist, dass bei Pilzerkrankungen von Rasengräsern häufig sogenannte Mischinfektionen vorliegen, die rein optisch mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Für eine genaue Diagnose empfiehlt sich die Untersuchung befallener Gräser durch spezialisierte Labore.

Literatur

Compendium of Turfgrass Diseases, Third Edition, R.W. Smiley, P.H. Dernoeden, B.B. Clarke, 2005 APS Press · STRI: Turfgrass Diseases, Bingley, UK, 1979 · Color Atlas of Turfgrass Diseases, T. Tani, J.B. Beard, 1989 J. Wiley & Sons, Inc.

Was ist Anthracnose beim Rasen?

Anthracnose (Brennfleckenkrankheit) ist eine Pilzkrankheit, verursacht durch Colletotrichum cereale, die geschwächte Rasengräser befällt und sich durch gelblich-braune Flecken sowie schwarze dornenartige Auswüchse (Acervuli) an den Halmen zeigt.

Wann tritt Anthracnose auf?

Der Pilz tritt vor allem im Frühjahr, Frühsommer und Herbst auf, bei Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C und lang anhaltender Feuchtigkeit in der Grasnarbe.

Wie unterscheidet sich Anthracnose von Trockenstellen?

Das Symptombild ähnelt stark dem von Trockenstellen. Das entscheidende Erkennungsmerkmal der Anthracnose sind die schwarzen dornenartigen Acervuli an den Grashalmen, die bei Trockenschäden nicht auftreten.

Wie kann Anthracnose vorgebeugt werden?

Vorbeugend wirken eine ausgewogene Düngung auf Basis einer Bodenanalyse, die Reduzierung von Rasenfilz durch Vertikutieren und Aerifizieren, die Beseitigung von Bodenverdichtungen sowie die Optimierung des Wassermanagements.

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