Bewässerung – Wann und wie viel Wasser benötigt der Rasen?
Kurz zusammengefasst: Ein Rasen braucht im Frühjahr und Herbst 10–20 Liter Wasser pro m² pro Woche, im Sommer bei Trockenheit bis zu 20–30 Liter. Bewässert wird am besten in den frühen Morgenstunden ab ca. 10 °C Bodentemperatur. Nach der Aussaat muss der Boden 4–5 Mal täglich feucht gehalten werden. Zu viel Wasser schadet ebenso wie zu wenig — eine Bodenprobe zeigt den aktuellen Feuchtestand zuverlässig an.
Die richtige Bewässerung ist für Rasengräser, wie für alle anderen Pflanzen auch, ein elementarer Bestandteil, der Vitalität und Gesundheit gewährleistet. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Sportplatz, eine Golfanlage oder den Heim- und Kleingartenbereich handelt. Je nach Bodenbeschaffenheit und abhängig von Aspekten wie der Lage der Rasenfläche (schattig, teilbeschattet, sonnig, Höhenlage) oder den vorherrschenden klimatischen Bedingungen, braucht ein Rasen pro Quadratmeter ca. zwischen 10 und 20 Liter Wasser pro Woche im Frühjahr und Herbst. Aufgrund der immer niederschlagsärmeren und heißeren Sommer kann sich abhängig von der verwendeten Rasenmischung und Bodeneigenschaften, die Bewässerungsmenge von 10-20l pro Woche auf 2-3 Mal 10-20l pro Woche erhöhen, um eine gesunde Rasenfläche aufrecht zu erhalten.
Sobald die natürlichen Niederschläge gerade nach dem Frühjahr weniger werden, reicht die Wasserversorgung, für die doch recht anspruchsvollen Rasengräser nicht aus und für den Erhalt einer optimalen Rasenfläche muss - abhängig von den Wetterverhältnissen - eine künstliche Bewässerung durchgeführt werden. Sollte diese gerade während einer längeren Trockenphase im Sommer nicht durchgeführt werden, kommt es unweigerlich zu einem Absterben der Rasengräser. Für eine genaue Ausbringung der richtigen Wassermenge und optimaler Versorgung mit dem lebensnotwendigen Nass ist eine automatische Bewässerung ideal. Diese kümmert sich um die Bewässerung der Rasenfläche während man sich selbst anderen Dingen widmen kann.
Ohne Wasser gehen selbst die robustesten Rasengräser ein
Woran erkennt man eine schlechte Wasserversorgung des Rasens?
Eine Wasserunterversorgung der Rasengräser äußert sich anfangs mit einer bläulichen Blattverfärbung an den Spitzen der Rasengräser und einer sinkenden „Spannkraft". Werden die Rasengräser betreten oder mit den Händen auf den Boden gedrückt, richten sich diese nur sehr langsam oder gar nicht mehr auf.
Wie viel Wasser braucht eine Rasenfläche?
Die nötige Wassermenge richtet sich nach der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und der verwendeten Rasenmischung. Ein guter lockerer Boden bestehend z. B. aus einem Sand / Humusgemisch kann mehr Wasser halten als ein sehr sandiger Boden (wie dieser häufig in Küstennähe vorkommt) oder ein sehr schwerer, lehmiger Boden. Rasenmischungen mit Poa supina oder tiefschnittverträglichen Sorten benötigen mehr Wasser als zum Beispiel dunkelgrüne Sorten, die speziell für eine hohe Hitze und Trockenheitsverträglichkeit gezüchtet wurden. Eine Rasenfläche kann im warmen Sommer abhängig von den verwendeten Rasensorten problemlos zwischen 20-30l/m² Wasser verbrauchen.
Pauschal kann eine Wasseraufwandmenge für Rasenflächen folgendermaßen angegeben werden:
Im Frühjahr zwischen März und Mai sind die natürlichen Niederschlagsmengen oftmals ausreichend und eine künstliche Bewässerung ist in der Regel nicht notwendig. Bleibt das Frühjahr hingegen trockener, liegen die Aufwandmengen bei:
- 10-15 l/m² während einem trockenen Frühjahr bei lockerem Boden 1x pro Woche
- 15-20 l/m² während einem trockenen Frühjahr bei sehr sandigen oder lehmigen Böden 1-2x pro Woche
Ab Juni bis September können die Niederschlagsmengen stark schwanken. Aufgrund des Klimawandels bleiben die regenreichen Sommer mittlerweile aber immer häufiger aus und es muss mit trockenen Sommern mit Dürreperioden gerechnet werden. Während länger anhaltenden heißen und trockenen Phasen sollte folgende Aufwandmenge verwendet werden:
- 10-15 l/m² während einem trockenen Sommer bei lockerem Boden 2x pro Woche
- 15-20 l/m² während einem trockenen Sommer bei sehr sandigen oder lehmigen Böden 2-4x pro Woche
Achtung: Gerade im Sommer sollte die Bewässerung nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden stattfinden. Zu dieser Tageszeit ist die Gefahr der Verdunstung des Wassers durch Sonne und trockene Winde reduziert und der Boden kann mehr Wasser aufnehmen. Alternativ eignet sich der späte Abend. Während des Tages bei z.B. Temperaturen von +30°C und starker Sonneneinstrahlung verdunstet das ausgebrachte Wasser schnell und die angegebenen Mengen stehen den Rasengräsern nicht mehr vollumfänglich zur Verfügung.
Der Herbst kann bezüglich der Wassermengen wie das Frühjahr betrachtet werden. Aufgrund der kühleren Temperaturen und häufiger auftretendem Nebel und Regen kann die Bewässerungsmenge gen Null tendieren. Sollte der Herbst jedoch einen trockeneren Verlauf nehmen, liegen die Aufwandmengen bei:
- 10-15 l/m² während einem trockenen Herbst bei lockerem Boden 1x pro Woche
- 15-20 l/m² während einem trockenen Herbst bei sehr sandigen oder lehmigen Böden 1-2x pro Woche
Bewässerung während der Neuanlage von Rasenflächen
Damit Rasensamen nach der Aussaat quellen und keimen können, müssen diese über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen konstant feucht gehalten werden. Auch hier variiert der Zeitraum abhängig von der verwendeten Rasensaat. Reine Lolium perenne Mischungen keimen recht schnell, während z.B. die Poa pratensis recht lange zur Aufzucht benötigen.
Der ideale Zeitraum für eine Neuanlage ist das Frühjahr zwischen April und Mai (eventuell auch schon März), sofern über einen längeren Zeitraum hinweg wachstumsförderliche Temperaturen vorherrschen. Der Boden sollte eine Temperatur von +10°C vorweisen und es darf zu keinem Nachtfrost mehr kommen. Im Frühjahr ist es meistens kühl genug und die noch häufiger auftretenden Niederschläge bilden eine sehr gute Ausgangsposition für eine Neuanlage.
Sollten die Niederschläge aber ausbleiben, muss der Boden bis in eine Tiefe von mindestens 5 cm bewässert werden. Bei trockenen und warmen Witterungsverhältnissen müssen die Rasensamen zwingend 4-5 Mal täglich für ca. 5 Minuten bewässert werden. Wird die Feuchtekette einmal unterbrochen, stellen die Rasensamen die Keimung ein und setzen diese nicht mehr fort. Auch besitzen die jungen Keimlinge fast kein Wurzelwerk und können tiefer liegende Feuchte noch nicht erreichen.
Achtung: Eine Neuanlage im Sommer ist zwar möglich, aber aufgrund der starken Hitze- und Trockenheitsentwicklung nur bedingt empfohlen. Eine gute Alternative zur Neuanlage im Frühjahr stellt der Herbst ab September dar.
Während einer Neuanlage oder Nachsaat muss der Boden konstant feucht sein
Bewässerung während der Nachsaat von Rasenflächen
Ähnlich wie bei der Neuanlage verhält sich auch die Bewässerung während der Nachsaat. Auch hier ist der beste Zeitraum das Frühjahr und der Herbst, wenn die Temperaturen nicht zu hoch sind und es meist zu ausreichendem Niederschlag kommt. Während sonnenreiche, warme und trockene Witterungsbedingungen vorherrschen, müssen die Rasensamen kontinuierlich feucht gehalten werden, damit diese quellen und keimen können.
Achtung: Um eine Verschwemmung während der Neuanlage und Nachsaat zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz von Regnern, die einen Sprühnebel erzeugen können oder einer sanften Handbrause am Wasserschlauch.
Bewässerung von neu verlegtem Rollrasen
Auch bei Rollrasen ist eine korrekte Bewässerung enorm wichtig. Verlegt wird der Rasen auf einer feuchten Rasentragschicht und muss bereits am Tag der Verlegung bewässert werden. In den ersten Tagen nach der Verlegung sollte die Fläche mit 5–10 Litern pro Quadratmeter beregnet werden, damit die Rasentragschicht bis zu einer Tiefe von 7–10 cm feucht ist.
Nach 10–14 Tagen reicht es je nach vorherrschender Temperatur aus, die Bewässerung nur noch ein- bis zweimal pro Woche in den Morgenstunden durchzuführen, da die Wurzeln des Rollrasens zwischenzeitlich damit begonnen haben sollten, sich mit der Rasentragschicht zu verwurzeln. Nach ca. 6 Wochen sollte der Rasen endgültig ausreichend verwurzelt sein.
Bewässerung nach dem Düngen des Rasens
Auch nach Ausbringung von Rasendünger sollte die Rasenfläche ausreichend bewässert werden, damit der Dünger in den Boden eingeregnet wird und dort schneller wirken kann, insbesondere wenn abzusehen ist, dass es in den Tagen nach der Anwendung zu keinem Niederschlag kommen wird.
Kontrolle der ausgebrachten Wassermenge
Wasser ist Lebensgrundlage jeder Pflanze, aber ein zu hoher Feuchtigkeitswert kann sich auch schnell negativ auf die Rasenfläche auswirken. Deswegen sollte nur die notwendige Wassermenge ausgebracht werden, um Pflanzenkrankheiten wie z.B. Pythium zu vermeiden. Mit folgenden Methoden kann überprüft werden, ob die richtige Menge an Wasser ausgebracht wurde:
- Montage eines Durchflussmengen-Zählers zwischen dem Schlauch und dem Regner.
- Entnahme von Bodenproben mittels eines Probenehmers — eine Probe von 15 cm Tiefe zeigt, ob das Wasser bis zu den Wurzeln durchdringt. Die oberen 1-2 cm sollten trocken, der untere Bereich noch ausreichend feucht sein.
- Aufstellen eines einfachen Regenmessers auf der Rasenfläche während der Beregnung.
- Spezielle Geräte zur Bodenanalyse messen die Bodenfeuchtigkeit per Hochfrequenz-Signal exakt — vor allem im Profibereich auf Sportplätzen und Golfanlagen im Einsatz.
Ab welcher Temperatur sollte der Rasen bewässert werden?
Die Bewässerung des Rasens beginnt sinnvollerweise, wenn der Boden eine Temperatur von mindestens 10 °C erreicht hat und natürliche Niederschläge ausbleiben. Im Sommer bei über 25 °C steigt der Wasserbedarf deutlich an. Bewässerung bei sehr niedrigen Temperaturen oder Nachtfrost ist nicht empfehlenswert, da das Wasser kaum aufgenommen wird und Frost die Grasnarbe schädigen kann.
Wie lange sollte der Rasen bewässert werden?
Die Bewässerungsdauer richtet sich nach der Ausbringmenge des Regners und dem gewünschten Zielwert von 10–20 l/m². Ein einfacher Regenmesser auf der Rasenfläche hilft, die tatsächlich ausgebrachte Menge zu kontrollieren. Alternativ zeigt eine Bodenprobe von 15 cm Tiefe, ob das Wasser vollständig bis zu den Wurzeln durchgedrungen ist.
Wie oft sollte der Rasen nach der Aussaat bewässert werden?
Nach der Aussaat muss der Boden konstant feucht gehalten werden — bei trockenem und warmem Wetter 4–5 Mal täglich für jeweils ca. 5 Minuten. Wird die Feuchtekette unterbrochen, stellen die Rasensamen die Keimung ein und nehmen diese nicht wieder auf. Auch nach dem Auflaufen der ersten Halme muss weiter bewässert werden, da die jungen Keimlinge noch kein tiefes Wurzelwerk haben.
Wie oft sollte ein bestehender Rasen im Sommer bewässert werden?
Bei anhaltender Trockenheit und Hitze sollte ein bestehender Rasen 2–4 Mal pro Woche bewässert werden, je nach Bodentyp. Sandige oder lehmige Böden benötigen häufigere Bewässerung als lockere Humusböden. Die optimale Tageszeit ist der frühe Morgen, um Verdunstungsverluste zu minimieren.
Ab wann im Frühjahr sollte mit der Rasenbewässerung begonnen werden?
Im Frühjahr zwischen März und Mai sind natürliche Niederschläge meist ausreichend und eine künstliche Bewässerung ist in der Regel nicht notwendig. Bleibt das Frühjahr trockener, sollte ab einer Bodentemperatur von 10 °C und ausbleibendem Regen mit der Bewässerung begonnen werden — 1–2 Mal pro Woche mit 10–20 l/m² je nach Bodentyp.
Woran erkennt man, dass der Rasen zu wenig Wasser bekommt?
Erste Anzeichen einer Wasserunterversorgung sind eine bläuliche Verfärbung der Blattspitzen und nachlassende Spannkraft der Grashalme. Werden die Gräser betreten oder flach gedrückt, richten sie sich nur sehr langsam oder gar nicht mehr auf. In diesem Stadium sollte sofort bewässert werden, bevor die Gräser dauerhaft absterben.
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