Dollar Spot — Dollarflecken im Rasen erkennen & bekämpfen
Kurz zusammengefasst: Dollar Spot wird durch den Pilz Sclerotinia homoeocarpa verursacht und tritt von Mai bis Oktober auf. Typisch sind münzgroße, strohig-braune Flecken und bei hoher Luftfeuchte ein spinnennetzartiges Pilzmyzel. Vorbeugung durch ausreichende Stickstoff- und Kaliumversorgung, Taubeseitigung am Morgen und gute Belüftung der Grasnarbe.
Dollar Spot — in Deutschland auch als „Dollarflecken" bekannt — gehört zu den am häufigsten auftretenden Rasenkrankheiten auf Golf- und Sportplätzen. Namensgebend ist die Größe des anfänglich sichtbaren Symptombildes, vergleichbar mit der eines amerikanischen Silberdollars. Der verursachende Pilz Sclerotinia homoeocarpa befällt hauptsächlich Straußgräser (Agrostis) und Rotschwingelarten (Festuca rubra spp.), aber auch Jährige Rispe (Poa annua) und Deutsches Weidelgras (Lolium perenne).
Mit einem Auftreten der Krankheit ist im Zeitraum von Mai bis Oktober zu rechnen.
Symptombild
Je nach Temperatur und Feuchtebedingungen erkennt man zunächst kleine, kreisrunde, strohig anmutende Flecken mit einem Durchmesser von ca. 5–15 cm (je nach Schnitthöhe). Bei besonders hoher Luftfeuchtigkeit und morgendlichem Tau ist im Rasen ein spinnennetzartiges Gewebe sichtbar — das Pilzmyzel des Schaderregers. Nach dem Abtrocknen der Gräser ist dieses Geflecht tagsüber nicht mehr sichtbar.
Ein Blick mit der Lupe auf befallene Einzelgräser zeigt nach außen hin klar abgegrenzte, gelblichbraune Ränder — ein typisches Erkennungsmerkmal, das Dollar Spot von ähnlichen Krankheiten unterscheidet.
Bei stärkerem Befall wachsen die Flecken ineinander, was eine eindeutige Zuordnung der Symptome erschwert. Ähnliche diffuse Erscheinungsbilder werden auch von anderen Pilzkrankheiten hervorgerufen.
Befallsfördernde Faktoren
- Hohe Tagestemperaturen (20–30 °C) bei kühlen Nächten
- Tauereignisse und hohe Luftfeuchte in der Grasnarbe
- Nährstoffmangel (Stickstoff und Kalium)
- Anhaltende Bodentrockenheit
- Lang anhaltend feuchte Gräseroberfläche
Vorbeugende Maßnahmen
- Tau am Morgen beseitigen — mechanische Taubeseitigung verringert die Infektionsgefahr deutlich, da feuchte Gräseroberflächen die Hauptvoraussetzung für eine Neuinfektion sind.
- Stickstoffversorgung sicherstellen — ausreichende N-Versorgung stärkt die Gräser gegen Infektionen; gezielte Kaliumdüngung im Frühsommer erhöht die Trockenheitstoleranz.
- Bodenverdichtungen beseitigen — regelmäßiges Aerifizieren verbessert die Belüftung und fördert das schnelle Abtrocknen der Grasnarbe.
- Bewässerung optimieren — gezielt in den Morgenstunden bewässern, anhaltende Bodentrockenheit vermeiden; Abendwässerung vermeiden.
- Schnitthöhe vorübergehend anheben — bei starkem Befallsdruck reduziert eine höhere Schnitthöhe den Stress für die Gräser.
Rasendünger
Eine ausgewogene Stickstoff- und Kaliumversorgung ist die wichtigste Vorbeugung gegen Dollar Spot. Professionelle Rasendünger von rasenwelt unterstützen eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung.
Bodenanalyse
Eine bodenchemische Nährstoffanalyse zeigt Defizite bei Stickstoff und Kalium auf — die häufigsten Auslöser für Dollar Spot-Befall.
Bekämpfung und Fungizide
Der Einsatz zugelassener Fungizide ist möglich, bekämpft aber in erster Linie die Symptome. Nachhaltiger ist die Beseitigung der befallsfördernden Ursachen. Fungizide können für B2C-Kunden nicht über rasenwelt bezogen werden — der Einsatz ist lizenzierten Fachbetrieben vorbehalten. Bei Pilzerkrankungen von Rasengräsern liegen häufig Mischinfektionen vor, die rein optisch nicht erkennbar sind. Für eine genaue Diagnose empfiehlt sich die Untersuchung durch spezialisierte Labore.
Literatur
Compendium of Turfgrass Diseases, Third Edition, R.W. Smiley, P.H. Dernoeden, B.B. Clarke, 2005 APS Press · STRI: Turfgrass Diseases, Bingley, UK, 1979 · Color Atlas of Turfgrass Diseases, T. Tani, J.B. Beard, 1989 J. Wiley & Sons, Inc.
Was ist Dollar Spot beim Rasen?
Dollar Spot ist eine Pilzkrankheit durch Sclerotinia homoeocarpa, die von Mai bis Oktober auftritt und sich durch münzgroße, strohig-braune Flecken sowie bei hoher Luftfeuchte durch spinnennetzartiges Pilzmyzel zeigt.
Wie erkenne ich Dollar Spot?
Typisch sind kreisrunde, strohig anmutende Flecken (5–15 cm Durchmesser) und bei hoher Luftfeuchte ein spinnennetzartiges Myzel auf den Gräsern. Unter der Lupe zeigen befallene Einzelgräser klar abgegrenzte gelblichbraune Ränder.
Was fördert Dollar Spot?
Nährstoffmangel (besonders Stickstoff und Kalium), hohe Tagestemperaturen bei kühlen Nächten, Tauereignisse und lang anhaltende Bodentrockenheit sind die Hauptauslöser.
Wie kann Dollar Spot bekämpft werden?
Vorrangig durch Beseitigung der Ursachen: ausreichende Stickstoff- und Kaliumdüngung, Taubeseitigung am Morgen, Verbesserung der Bodenbelüftung und optimiertes Bewässerungsmanagement.
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