Lokale Trockenstellen (Local Dry Spot) im Rasen beheben
Kurz zusammengefasst: Lokale Trockenstellen (Local Dry Spots / LDS) entstehen durch wasserabweisende Bodenbedingungen auf sandigen Böden mit erhöhtem Humusgehalt. Die Gräser leiden unter starkem Trockenstress bis hin zum Vertrocknen. Gegenmaßnahmen sind Wetting Agents, angepasstes Bewässerungsmanagement und mechanische Bodenbearbeitung durch Aerifizieren oder Vertikutieren.
Bei anhaltendem Trockenstress kommt es besonders auf sandigen Böden mit geringem Tongehalt und erhöhtem Humusgehalt zum Phänomen der lokalen Trockenstellen — in der Fachliteratur als Localized Dry Spots (LDS) oder „Drypatch" bezeichnet. Dieses Phänomen ist nicht durch einen einzelnen Schadpilz verursacht, sondern durch wasserabweisende Bodenbedingungen, die durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren entstehen.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass organische Verbindungen, die beim Abbau organischer Substanz oder durch Pilzwachstum entstehen, sowie andere mikrobielle Aktivitäten für das Auftreten der LDS-Symptome auf Golfgrüns und Fußballplätzen verantwortlich sind. Das bedeutet: Selbst der natürliche tägliche Abbau organischer Substanz auf Rasenfunktionsflächen kann zur Bildung einer LDS-Problematik beitragen.
Entstehung und Ursachen
Der wasserabweisende Bereich befindet sich in betroffenen Böden meist unmittelbar unter der Filzschicht und reicht bis in eine Bodentiefe von 3–4 cm. Mit zunehmender Tiefe nimmt der Feuchtegehalt des Bodens wieder zu. Schon diese geringe wasserabweisende Schicht reicht aus, die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens deutlich zu verringern.
Zusätzlich gefördert wird die Bildung lokaler Trockenflecken durch:
- Hohe Temperaturen und ungleichmäßige Wasserverteilung in der Rasentragschicht
- Bodenpilze und erhöhter Humusgehalt in der Rasentragschicht
- Bestehende Bodenverdichtungen
- Suboptimale Bewässerung — wiederholtes Bewässern gefolgt von Austrocknung verstärkt die Problematik
- Übermäßiger Rasenfilz
Bei Regenereignissen kommt es unter diesen Bedingungen häufig zu einem verstärkten Oberflächenablauf des Wassers in umliegende Bereiche, was die ungleichmäßige Feuchteverteilung weiter verschlechtert.
Vorbeugende Maßnahmen
- Bewässerungsmanagement optimieren — je geringer die Wassermenge und je ungleichmäßiger die Bodenfeuchte, desto höher die Gefahr wasserabweisender Bodenbedingungen. Bei ondulierten Grüns reicht automatische Bewässerung oft nicht aus; manuelle Nachbewässerung ist erforderlich.
- Wetting Agents einsetzen — Netzmittel verbessern die Wasseraufnahme in den Boden und fördern eine gleichmäßige horizontale und vertikale Wasserverteilung in der Rasentragschicht. Oberflächenablauf wird reduziert und die Bewässerungseffizienz deutlich gesteigert.
- Mechanische Bodenbearbeitung — Aerifizieren, Vertikutieren oder Schlitzen in betroffenen Bereichen verbessert die Wiederbefeuchtung des Bodens. Bei kleinen Symptombereichen kann ein Ausstechen der betroffenen Stellen bereits Abhilfe leisten.
- Rasenfilz kontrollieren — regelmäßiges Vertikutieren und Aerifizieren während der Vegetationsperiode reduziert die Filzschicht, unter der sich wasserabweisende Bedingungen bevorzugt bilden.
Wetting Agents
Professionelle Netzmittel (Wetting Agents) verbessern die Wasseraufnahme im Boden, fördern eine gleichmäßige Feuchteverteilung und sind das wirksamste Mittel gegen lokale Trockenstellen.
Aerifizieren
Regelmäßiges Aerifizieren lockert verdichtete Böden, verbessert den Wassereinzug und reduziert die Bildung wasserabweisender Schichten in der Rasentragschicht.
Was sind lokale Trockenstellen (Local Dry Spots)?
Local Dry Spots (LDS) sind wasserabweisende Bereiche im Boden, die besonders auf sandigen Böden mit erhöhtem Humusgehalt entstehen. Die Gräser können trotz Bewässerung nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden und leiden unter starkem Trockenstress.
Was verursacht lokale Trockenstellen im Rasen?
Organische Verbindungen aus dem Abbau organischer Substanz, Bodenpilze, Bodenverdichtungen, übermäßiger Rasenfilz und suboptimales Bewässerungsmanagement fördern die Entstehung wasserabweisender Bodenbedingungen.
Wie werden lokale Trockenstellen bekämpft?
Der Einsatz von Wetting Agents (Netzmitteln) ist die wirksamste Maßnahme. Ergänzend helfen angepasstes Bewässerungsmanagement, mechanische Bodenbearbeitung durch Aerifizieren oder Vertikutieren sowie die Reduzierung von Rasenfilz.
Sind lokale Trockenstellen eine Pilzkrankheit?
LDS sind keine klassische Pilzkrankheit, können aber durch Pilzwachstum im Boden mitverursacht werden. Die eigentliche Ursache sind wasserabweisende Bodenbedingungen, nicht ein einzelner Schaderreger.
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