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Rosa & Grauer Schneeschimmel — Gerlachia & Typhula

Kurz zusammengefasst: Rosa Schneeschimmel (Gerlachia nivalis) und Grauer Schneeschimmel (Typhula incarnata) sind zwei verwandte Rasenpilze, die bei Temperaturen von 0–8 °C und feuchter Witterung aktiv sind — Schneefall ist keine zwingende Voraussetzung. Typische Symptome sind bräunliche Kreisflecken und gräuliches Myzel. Vorbeugung durch kalibetonte Herbstdüngung, Rasenfilzreduktion und Vermeidung von Schneeverdichtung.

Rosa Schneeschimmel (Gerlachia nivalis) und Grauer Schneeschimmel (Typhula incarnata) sind zwei Rasenpilze, die in der kühlen Jahreszeit besondere Aufmerksamkeit erfordern. Sowohl für eine Infektion durch Rosa Schneeschimmel als auch durch Typhula-Fäule reichen Temperaturen von ca. 0–8 °C sowie nasskalte Witterung und morgendliche Tauereignisse vollkommen aus — Schneefall oder eine bestehende Schneedecke ist keine zwingende Voraussetzung.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist eine Pilzinfektion besonders ärgerlich, da eine Regeneration der befallenen Bereiche erst bei ausreichendem Wachstum im Frühjahr erfolgen kann.

Schadbild: Grauer Schneeschimmel — Typhula incarnata

Bei bestehendem Befall erkennt man strohfarbene oder bräunliche, kreisförmige oder flächige Bereiche in der Grasnarbe. Unter günstigen Bedingungen ist noch ein weißlich-gräuliches Pilzmyzel auf den Gräsern sichtbar. Nach dem Schmelzen des Schnees zeigen die Gräser häufig ein strohfarbenes und/oder silbrig-weißes, papierartiges Aussehen.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Rosa Schneeschimmel: Bei fortgeschrittenem Befall sind sogenannte Sclerotien vorhanden — ca. 0,2–0,5 mm große Überdauerungsstadien des Pilzes mit orangebrauner bis rosa Färbung. Diese fallen nach ihrer Ausreifung zwischen die Gräser und sind der Grund, warum die Krankheit in den Folgejahren am gleichen Standort auftreten kann.

Schadbild: Rosa Schneeschimmel — Gerlachia nivalis

Zu Beginn der Infektion zeigen sich kleine braune bis graue, schmierig-nasse, rundliche Flecken mit einem Durchmesser von 5–10 cm. Der äußere Rand dieser Befallsbereiche ist dunkelbraun verfärbt. Unter günstigen Bedingungen ist am Morgen im Außenbereich der Befallsstellen ein weißliches, watteartiges Myzel sichtbar — im günstigsten Fall schimmern die befallenen Bereiche rosa.

Im Verlauf der Krankheit können die Befallsbereiche eine Größe von 20–30 cm erreichen. Durch die Vereinigung dieser Flächen entsteht ein unregelmäßiges Erscheinungsbild, das eine Verwechslung mit dem Grauen Schneeschimmel erleichtern kann.

Befallsfördernde Faktoren (beide Pilzerkrankungen)

  • Temperaturen von 0–8 °C bei nasskalter, feuchter Witterung
  • Lang anhaltend feuchte Gräser
  • Bestehende Schneedecke bei einsetzendem Tauwetter
  • Komprimierung einer vorhandenen Schneedecke
  • Übermäßiger Rasenfilz
  • Unausgeglichene Nährstoffversorgung
  • Hohe Stickstoffgaben im Herbst

Vorbeugende Maßnahmen

  1. Kalibetonte Herbstdüngung — eine herbstliche Kalidüngung stärkt die Gräser gegen Kältestress; hohe Stickstoffgaben im Herbst verzögern die Winterruhe und machen die Gräser krankheitsanfälliger.
  2. Schnitthöhe moderat anheben — zum Winter die Schnittlänge der Gräser moderat erhöhen.
  3. Rasenfilzbildung vermeiden — starker Rasenfilz begünstigt beide Pilzerkrankungen; regelmäßiges Vertikutieren und Aerifizieren während der Vegetationsperiode reduzieren das Risiko.
  4. Schneedecke schonen — Betreten bestehender Schneedecken und gefrorener Gräser vermeiden; Verdichtung der Schneedecke verhindert Belüftung der Grasnarbe.
  5. Schnee frühzeitig räumen — je nach Region Schnee im Februar abräumen, um ein schnelles Abtrocknen der Grasnarbe im Frühjahr zu ermöglichen.
  6. Verbreitung einschränken — Infektiöse Sporen beider Pilze werden durch Wind, Wasser, Pflegemaschinen und Schuhwerk verbreitet; entsprechende Hygienemaßnahmen reduzieren das Risiko.
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Herbstdünger

Eine kalibetonte Herbstdüngung ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Rosa und Grauen Schneeschimmel. Professionelle Herbstdünger von rasenwelt stärken die Gräser für die Wintermonate.

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Nachsaat im Frühjahr

Nach starkem Schneeschimmel-Befall empfiehlt sich eine gezielte Nachsaat im Frühjahr, sobald die Temperaturen ausreichendes Wachstum ermöglichen.

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Bekämpfung und Fungizide

Der Einsatz von Rasenfungiziden ist möglich. Bei der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln sind die Vorgaben des aktuellen Pflanzenschutzgesetzes sowie die Zulassungssituation der Präparate in den jeweiligen Bundesländern zu beachten. Fungizide können für B2C-Kunden nicht über rasenwelt bezogen werden — der Einsatz ist lizenzierten Fachbetrieben vorbehalten. Bei Unsicherheiten in der Diagnose empfiehlt sich die Untersuchung durch spezialisierte Fachlabore.

Literatur

Compendium of Turfgrass Diseases, Third Edition, R.W. Smiley, P.H. Dernoeden, B.B. Clarke, 2005 APS Press · STRI: Turfgrass Diseases, Bingley, UK 1979 · Color Atlas of Turfgrass Diseases, T. Tani, J.B. Beard, 1989 J. Wiley & Sons Inc.

Was ist der Unterschied zwischen Rosa und Grauem Schneeschimmel?

Rosa Schneeschimmel (Gerlachia nivalis) zeigt rundliche grau-braune Flecken, die rosa schimmern können. Grauer Schneeschimmel (Typhula incarnata) hinterlässt ein strohfarbenes, papierartiges Aussehen und bildet charakteristische orangebraune Sclerotien zur Überdauerung.

Braucht Schneeschimmel wirklich Schnee?

Nein. Schneeschimmel kann auch ohne Schnee auftreten. Für eine Infektion reichen Temperaturen von 0–8 °C sowie nasskalte Witterung und morgendliche Tauereignisse vollkommen aus.

Wie kann Schneeschimmel vorgebeugt werden?

Die wichtigsten Maßnahmen sind eine kalibetonte Herbstdüngung (keine hohen N-Gaben im Herbst), Rasenfilzreduktion, Vermeidung des Betretens von Schneedecken sowie frühzeitiges Abräumen des Schnees im Frühjahr.

Wann regeneriert sich der Rasen nach Schneeschimmel-Befall?

Eine Regeneration befallener Bereiche erfolgt erst bei ausreichendem Wachstum im Frühjahr. Bei starkem Befall ist eine gezielte Nachsaat empfehlenswert, um kahle Stellen zügig zu schließen.

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