Merkliste

Saved item(s): 10

Display:

Leptosphaerulina australis — Blattflecken im Rasen

Kurz zusammengefasst: Leptosphaerulina australis ist ein Schadpilz, der seit den 1990er Jahren verstärkt auf deutschen Sport- und Golfplätzen auftritt. Als typischer Schwächeparasit befällt er vorwiegend geschwächte oder gestresste Gräser bei feuchtwarmer Witterung. Das Symptombild ähnelt stark anderen Krankheiten wie Pythium, Dollar Spot oder Fusarium — eine eindeutige Diagnose erfordert Laboruntersuchung.

Der Name Leptosphaerulina australis klingt exotisch, beschreibt aber eine Rasenkrankheit, die seit den 1990er Jahren in Deutschland zunehmend auf Sport- und Golfplätzen anzutreffen ist. Als typischer Schwächeparasit befällt der Pilz vorwiegend geschwächte oder gestresste Gräser.

Befallen werden unter anderem Agrostis stolonifera (Weißes Straußgras), Festuca ssp. (Schwingel), Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) und Poa pratensis (Wiesenrispe).

Befallsfördernde Bedingungen

Eine Infektion ist grundsätzlich vom Frühjahr bis in den Herbst möglich. Die Infektionsgefahr ist besonders hoch wenn:

  • Die Böden nicht ausreichend wasserdurchlässig sind (Staunässe)
  • Feuchtwarme Witterungsbedingungen vorherrschen
  • Die Gräser durch Stress (Trockenheit, mechanische Pflege, Hitze) geschwächt sind
  • Neu verlegte Soden noch nicht angewurzelt sind

Der Pilz kann ungünstige Vermehrungs- und Infektionsbedingungen in Form von Dauersporen oder als Myzel in befallenen Gräsern über längere Zeit überdauern.

Symptombild

Ein klar typisches Symptombild, das eine eindeutige Diagnose auf den ersten Blick ermöglicht, existiert leider nicht — häufig kommt es zu Verwechslungen mit Pythium, Dollar Spot oder Fusarium ssp.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Gelblich bis bräunliche Flecken oder Läsionen an den Blattspitzen
  • Großflächige Befallsbereiche mit lückigem Bestand, in dem die Gräser beginnend an den Blattspitzen vergilben und verblichen erscheinen
  • Wasserfleckenartiges Erscheinungsbild, das sich im Laufe der Zeit ausbleicht — leicht mit Trockenschäden zu verwechseln
  • Fleckiges Erscheinungsbild, ähnlich der Dollarfleckenkrankheit
  • Unter der Lupe erkennbar: kleine schwarze Stippen (Perithecien — Fruchtkörper des Pilzes) an befallenen Gräsern

Vorbeugende Maßnahmen

  1. Staunässe und lang anhaltende Bodenfeuchte vermeiden — gute Drainage und bedarfsgerechtes Bewässerungsmanagement sind entscheidend.
  2. Regelmäßig aerifizieren — Luftaustausch im Boden verbessern und wassergesättigte Böden vermeiden.
  3. Rasenfilz reduzieren — regelmäßiges Vertikutieren oder Striegeln verhindert übermäßige Filzbildung, die den Pilz begünstigt.
  4. Tau entfernen — das Abtauen der Flächen am Morgen beugt Infektionen vor, da feuchte Gräseroberflächen die Hauptvoraussetzung für eine Infektion sind.
  5. Bedarfsgerechte Nährstoffversorgung — ausreichende Versorgung mit Kali, Magnesium und Spurennährstoffen stärkt die Widerstandsfähigkeit der Gräser.
🌿

Rasendünger

Eine ausgewogene Versorgung mit Kali, Magnesium und Spurennährstoffen ist entscheidend zur Stärkung der Gräser gegen Schwächeparasiten wie Leptosphaerulina australis.

→ Rasendünger entdecken

🌱

Bodenanalyse

Eine bodenchemische Analyse hilft, Nährstoffdefizite bei Kali, Magnesium und Spurenelementen aufzudecken und eine gezielte Düngung zu planen.

→ Zur Bodenanalyse

Bekämpfung und Fungizide

Der Einsatz von Fungiziden ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Da bei Pilzerkrankungen von Rasengräsern häufig Mischinfektionen vorliegen, die optisch nicht erkennbar sind, empfiehlt sich bei Unsicherheiten eine Untersuchung durch spezialisierte Fachlabore für eine genaue Diagnose. Fungizide können für B2C-Kunden nicht über rasenwelt bezogen werden.

Literatur

Compendium of Turfgrass Diseases, Third Edition, R.W. Smiley, P.H. Dernoeden, B.B. Clarke, 2005 APS Press · STRI: Turfgrass Diseases, Bingley, UK, 1979 · Color Atlas of Turfgrass Diseases, T. Tani, J.B. Beard, 1989 J. Wiley & Sons, Inc.

Was ist Leptosphaerulina australis?

Leptosphaerulina australis ist ein Schadpilz, der seit den 1990er Jahren verstärkt auf deutschen Golf- und Sportplätzen auftritt. Als Schwächeparasit befällt er geschwächte Gräser bei feuchtwarmer Witterung und unzureichend wasserdurchlässigen Böden.

Wie erkenne ich Leptosphaerulina australis?

Das Symptombild ist unspezifisch und kann leicht mit Pythium, Dollar Spot oder Fusarium verwechselt werden. Typisch sind gelblich-bräunliche Flecken an Blattspitzen und ein wasserfleckenartiges Erscheinungsbild. Unter der Lupe sind kleine schwarze Perithecien (Fruchtkörper) sichtbar.

Was fördert Leptosphaerulina australis?

Staunässe, feuchtwarme Witterung, geschwächte Gräser durch Stress sowie unzureichend wasserdurchlässige Böden begünstigen den Befall. Besonders gefährdet sind frisch verlegte Soden vor dem Anwurzeln.

Fragen zu Leptosphaerulina australis?
Kein Problem! Kontaktiere uns – wir helfen gerne weiter!