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Rasensamen — RSM Norm, Qualität & die richtige Mischung für jeden Rasen

Sobald der Winter dem Frühjahr weicht und die Natur langsam wieder zum Leben erwacht, stellt sich die Frage: Nachsaat oder komplette Neuanlage? Und vor allem: Welcher Rasensamen ist der richtige? Wird die falsche Rasensamen-Mischung eingesetzt, kann die Rasenfläche nach einem weiteren Jahr sogar noch schlechter aussehen als zuvor. Auf dieser Seite: was hochwertige Rasensamen auszeichnet, was die RSM-Norm bedeutet — und welche Mischung für welchen Einsatzbereich geeignet ist.

Kurz zusammengefasst: Hochwertiger Rasensamen ist nach der RSM-Norm (Regelsaatgutmischungen) zertifiziert und enthält ausschließlich von unabhängigen Laboren getestete Grasarten und -sorten. Bezeichnungen wie "Profi Rasen" oder "Berliner Tiergarten" sind keine Qualitätskriterien. Entscheidend sind RSM-Bewertung, Grasartenzusammensetzung und die Eignung für den konkreten Standort.

Hochwertiger Rasensamen von rasenwelt

Warum billiger Rasensamen teuer wird

Am Markt werden Rasensamen-Mischungen oft mit Bezeichnungen wie "trittfest", "besonders strapazierfähig", "pflegeleicht" oder "Profi Rasen" angepriesen — diese Bezeichnungen sagen über die tatsächliche Qualität des Produktes nichts aus. Ebenso wenig aussagekräftig ist der Name "Berliner Tiergarten", mit dem viele das landschaftliche Gartenideal am Schlosspark Bellevue assoziieren. Dieser Irrglaube hält sich seit Jahren beständig.

Günstige Rasensamen-Mischungen enthalten oft Grasarten, die zwar sehr schnell wachsen — wie Poa annua oder Futtergräser — aber nur eine geringe Tiefschnittverträglichkeit besitzen und sehr viel Wasser und Nährstoffe benötigen. Das Ergebnis: Diese Arten verdrängen die langsam wachsenden Qualitätsgräser, es entstehen Fehlstellen, die von Unkräutern besiedelt werden.

Hochwertige Rasensamen-Mischungen hingegen zeichnen sich durch dichten Wuchs, hohe Trittfestigkeit sowie gute Ausläuferbildung aus — und enthalten ausschließlich speziell gezüchtete, qualitativ hochwertige Grassorten. Die Investition macht sich schnell bezahlt: weniger Nachsaat, weniger Unkrautbekämpfung, weniger Zeitaufwand.

Regelsaatgutmischungen für eine optimale Rasenfläche

Hochwertige Rasensamen garantieren eine schöne und gesunde Rasenfläche

Die vier Hauptgrasarten in hochwertigen Rasensamen-Mischungen

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Lolium perenne — Deutsches Weidelgras

Sehr belastbar, schnelle Keimung, hohe Narbenstabilität. Wird in höheren Anteilen bei strapazierfähigen Rasenflächen wie Sport- und Spielrasen eingesetzt. Besonders winterharte Sorten sind für Sportrasen unverzichtbar.

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Poa pratensis — Wiesen-Rispengras

Dichter Wuchs, belastbar, bildet Ausläufer zur Selbstregeneration. Essentiell für Sportrasen nach RSM 3.2 — die hervorragenden Wiesenrispensorten sorgen für eine dichte und stark strapazierfähige Grasnarbe.

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Festuca rubra — Rot-Schwingel

Feines Blatt, tiefschnittverträglich, trockenresistent. Dominierender Anteil bei Zierrasen und Schattenrasen-Mischungen. Verschiedene Unterarten (trichophylla, rubra, commutata) mit unterschiedlichen Eigenschaften.

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Agrostis capillaris — Straußgras

Gute Ausläuferbildung, verträgt Nässe, sehr tiefschnittverträglich. Hauptbestandteil von Golfrasen-Mischungen für Grüns (RSM 4.1) — ermöglicht Schnitthöhen bis unter 5 mm.

RSM — die Qualitätsnorm für Rasensamen erklärt

RSM steht für Regelsaatgutmischungen — eine Norm, die speziell für Rasengräser entwickelt wurde, um ähnlich der DIN-Norm bestimmte Qualitätsmerkmale und -standards festzuschreiben. Die Definitionen werden in Deutschland durch das Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL) vorgegeben. Bei RSM-Mischungen werden die Rasensamen und die enthaltenen Grasarten und -sorten von unabhängigen Laboren getestet — so wird sichergestellt, dass die an die Mischung gestellten Anforderungen tatsächlich erfüllt werden.

Die Übersicht der FLL-RSM bietet ein Spektrum aus 410 Sorten von 10 Arten:

RSM Kategorie Mischungen
RSM 1 — Zierrasen RSM 1.1.1 Zierrasen Edel  |  RSM 1.1.2 Zierrasen Fein
RSM 2 — Gebrauchsrasen RSM 2.1 Standard  |  RSM 2.2 Trockenlagen  |  RSM 2.2.2 Extreme Trockenlagen  |  RSM 2.3 Gebrauchsrasen / Spielrasen  |  RSM 2.4 mit Kräutern
RSM 3 — Sportrasen RSM 3.1 Neuanlage Sportstätten  |  RSM 3.2 Sportrasen Regeneration
RSM 4 — Golfrasen RSM 4.1 Grün  |  RSM 4.2 Vorgrün  |  RSM 4.3 Abschlag  |  RSM 4.4 Spielbahn  |  RSM 4.5 Halbrauh  |  RSM 4.6 Verbindungswege
RSM 5 — Parkplatzrasen RSM 5.1 Parkplatzrasen
RSM 6 — Dachbegrünung RSM 6.1 Extensive Dachbegrünung
RSM 7 — Landschaftsrasen RSM 7.1.1 Standard ohne Kräuter  |  RSM 7.1.2 Standard mit Kräutern  |  RSM 7.2.1 Trockenlagen  |  RSM 7.2.2 Trockenlagen mit Kräutern  |  RSM 7.3.1 Feuchtlagen  |  RSM 7.4.1 Halbschatten
RSM 8 — Biotopmischungen RSM 8.1.1 Artenreiches Biotop  |  RSM 8.1.2 Magere Standorte  |  RSM 8.1.3 Besonders magere Standorte  |  RSM 8.1.4 Schatten und Halbschatten

Welcher Rasensamen für welchen Standort?

Vor der Neuansaat oder Nachsaat sollte man sich einen Überblick über die Standorteigenschaften verschaffen und die passende RSM-Mischung auswählen. Die wichtigsten Faktoren: Sonneneinstrahlung, Bodentyp, Nutzungsintensität und gewünschte Schnitthöhe.

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Gebrauchsrasen RSM 2.3 — Hausgarten & öffentliche Grünflächen

Für den sonnigen Hausgarten, Wohnsiedlungen und öffentliche Grünflächen. Gute Belastbarkeit, geringer Pflegeaufwand, zur Neuanlage und Nachsaat geeignet. Geringe Aufwandmenge von nur 25 g/m².

Sportrasen RSM 3.1 — Neuanlage Sportstätten

Für die Neuanlage von Sportplätzen und stark beanspruchten Rasenflächen. Enthaltene Lolium-Sorten garantieren hohe Narbenstabilität und schnelle Begrünung, Poa pratensis-Sorten sorgen für dichten, strapazierfähigen Wuchs.

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Sportrasen Regeneration RSM 3.2 — Nachsaat Sportplätze

Für die Nachsaat von stark abgespielten und lückigen Sportplätzen. Enthält schnell keimende Rasengräser, damit Fehl- und Kahlstellen schnell geschlossen werden können und sich Fremdgräser wie Poa annua nicht etablieren.

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Schattenrasen — schattige & teilbeschattete Lagen

Für schattige Teilbereiche, lehmige Böden und Voralpenregionen. Mehr dazu im ausführlichen Artikel Schattenrasen — Rasensorten, Neuanlage & Pflege.

Golfrasen RSM 4.x — Grüns, Fairways & Abschläge

Höchste Qualitätsstufe für Golf Grüns (RSM 4.1), Vorgärten (RSM 4.2), Abschläge (RSM 4.3) und Fairways (RSM 4.4). Tiefschnittverträgliche Mischungen für Schnitthöhen bis unter 5 mm auf Grüns.

Neuansaat & Nachsaat — Schritt für Schritt

Empfohlener Zeitraum:

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Optimal Möglich Nicht empfohlen

Neuansaat

  1. Witterung & Bodentemperatur prüfen Die Aussaat sollte nur bei wachstumsfördernden Witterungsverhältnissen durchgeführt werden. Der Boden sollte dauerhaft mindestens 8–10 °C aufweisen — bei zu kaltem oder zu heißem Wetter sterben junge Keimlinge ab oder das Saatgut keimt gar nicht erst.
  2. Saatgut durchmengen Vor dem Ausbringen das Saatgut gründlich durchmengen — durch den Transport können sich kleinere Samen nach unten und größere nach oben verlagern (Entmischung).
  3. Gleichmäßig ausbringen Die auf der Verpackung angegebene Aufwandmenge einhalten. Ausbringen per Hand ist möglich, aber ungenau — empfohlen wird ein professioneller Kastenstreuer oder Schleuderstreuer.
  4. 14 Tage feucht halten Junge Keimlinge sind unmittelbar nach dem Auflaufen sehr anfällig gegenüber Trockenstress. Den Boden mindestens 14 Tage nach der Keimung ausreichend feucht, aber nicht zu nass halten.
  5. Starterdünger einsetzen Phosphorbetonte Starterdünger fördern ein rasches, kräftiges und tiefreichendes Wurzelwachstum der jungen Rasengräser.

Nachsaat

  1. Nach dem Vertikutieren nachsäen Die Nachsaat dient der Regeneration der Rasenfläche und sollte nach dem Vertikutieren im Frühjahr durchgeführt werden — die aufgerissene Bodenoberfläche bietet optimalen Bodenkontakt.
  2. Witterung beachten Wie bei der Neuansaat: wachstumsfördernde Temperaturen abwarten, Bodentemperatur mindestens 8–10 °C.
  3. Frühjahrsdünger einsetzen Für einen guten Wachstumsstart stickstoffbetonte Frühjahrsdünger einsetzen.
Neuansaat — junge Keimlinge benötigen Pflege

Die jungen Keimlinge benötigen Pflege nach der Ausbringung

Rasenpflege nach der Neuansaat oder Nachsaat

Regelmäßiges Rasenmähen — in der Hauptwachstumszeit zweimal wöchentlich bei hochwertigen Rasenanlagen — fördert die Triebbildung und damit den dichten Wuchs der Grasnarbe. Die Gräser bilden neue Seitentriebe, neue Blätter und Ausläufer. Zudem werden durch häufiges Mähen nicht tiefschnittverträgliche Unkräuter in Schach gehalten.

Wichtig: Eine Schnitthöhe zwischen 20 und 50 mm einhalten (je nach Gräserzusammensetzung und Schattenlage nicht unter 4,5 cm). Niemals mehr als 1/3 der vorhandenen Blattmasse auf einmal abschneiden — je tiefer geschnitten wird, desto empfindlicher werden die Rasengräser gegenüber Hitze, Kälte, Trockenheit und physischer Belastung. Mehr dazu im Artikel Tipps zum Rasenmähen.

Bedarfsgerechte Nährstoffversorgung ist ebenso wichtig: Rasengräser entziehen dem Boden mit der Zeit die eingelagerten Nährstoffe. Ein auf Rasen, Nutzung und Jahreszeit abgestimmter Rasendünger ist unverzichtbar. Mehr dazu im Artikel Rasendünger — NPK, Nährstoffe & wann düngen.

Häufige Fragen zum Rasensamen

Was bedeutet RSM bei Rasensamen?

RSM steht für Regelsaatgutmischungen — eine von der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V.) definierte Qualitätsnorm für Rasengräser. RSM-zertifizierte Mischungen werden von unabhängigen Laboren getestet und erfüllen definierte Anforderungen an Grasartenzusammensetzung, Keimfähigkeit und Sortenqualität.

Was ist Poa annua und warum ist sie problematisch?

Poa annua (Jährige Rispe) ist ein einjähriges Fremdgras, das in günstigen Rasensamen-Mischungen oft als Füllmaterial enthalten ist. Es keimt sehr schnell, bildet aber keine stabile Grasnarbe, ist nicht tiefschnittverträglich und stirbt nach der Samenreife ab — zurück bleiben Fehlstellen. Hochwertiger RSM-Rasensamen enthält keine Poa annua.

Welcher Rasensamen ist für den normalen Hausgarten am besten geeignet?

Für sonnige Hausgärten mit normaler Belastung ist eine RSM 2.3 Gebrauchsrasen-Mischung ideal — gute Belastbarkeit, geringer Pflegeaufwand, zur Neuanlage und Nachsaat geeignet. Für schattige Bereiche empfiehlt sich eine spezialisierte Schattenrasen-Mischung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Neuansaat?

Optimal sind Frühjahr (März–Mai) und Frühherbst (September). Im Frühjahr steigen die Bodentemperaturen auf die für die Keimung notwendigen 8–10 °C, im Herbst sind die Bedingungen ähnlich günstig — außer bei Schattenrasen, der ausschließlich im Frühjahr ausgesät werden sollte.

Wie viel Rasensamen braucht man pro m²?

Die Aufwandmenge variiert je nach Mischung und Anwendung. Als Richtwert: Neuanlage 25–35 g/m², Nachsaat 15–20 g/m². Die auf der Verpackung angegebene Aufwandmenge sollte unbedingt eingehalten werden — zu wenig Samen führt zu lückiger Grasnarbe, zu viel zu Konkurrenzdruck unter den Keimlingen.

Was ist Tiefschnittverträglichkeit und für wen ist sie relevant?

Tiefschnittverträglichkeit beschreibt die Fähigkeit von Rasengräsern, sehr kurze Schnitthöhen (unter 20 mm) dauerhaft zu tolerieren. Relevant für Golf Grüns (unter 5 mm), Fairways und hochwertige Repräsentationsrasen. Standardmischungen für den Hausgarten sind nicht tiefschnittverträglich und sollten nicht unter 40–50 mm gemäht werden.

Fragen zum Rasensamen oder zur richtigen Mischung für den eigenen Standort?
Kein Problem! Kontaktiere uns – wir helfen gerne weiter!