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Rotspitzigkeit (Red Thread) — Erkennen & Bekämpfen

Kurz zusammengefasst: Rotspitzigkeit (Red Thread) wird durch den Pilz Laetisaria fuciformis verursacht und tritt häufig im Frühling und Herbst auf. Erkennbar an rosa- bis orangefarbenen, geweihartigen Strukturen an den Blattspitzen bei feuchter Witterung sowie bräunlich-strohfarbenen Bereichen im Bestand. Als typischer Schwächeparasit reagiert Rotspitzigkeit gut auf gezielte Stickstoffdüngung — ein Fungizideinsatz ist meist nicht notwendig.

Rotspitzigkeit — im Englischen als „Red Thread" bekannt — ist eine Rasenkrankheit, die auf Sportrasen-Funktionsflächen wie Fußball- und Golfplätzen während der gesamten Vegetationsperiode auftreten kann. Der verursachende Schadpilz trägt den Namen Laetisaria fuciformis (in älterer Fachliteratur auch als Corticium fuciforme erwähnt).

Die Krankheit tritt häufig im Frühling oder Herbst in Erscheinung und ist — bei ausreichender Feuchtigkeit — am rosa- bis orangefarbenen, geweihartigen Myzel an den Blattspitzen zu erkennen. Oft sind diese Strukturen jedoch nicht sofort offensichtlich.

Symptombild

Die Gräser zeigen zunächst ein wasserfleckenartiges Aussehen. In den befallenen Bereichen kann das Gras dann in relativ kurzer Zeit absterben und erscheint als kleine, kreisrunde oder unregelmäßig geformte, bräunlich-strohfarbene Bereiche mit einem Durchmesser von ca. 5–60 cm.

Das Absterben der Gräser (die sichtbare Nekrose) beginnt an den Blattspitzen und breitet sich von dort zur Pflanzenbasis hin aus. Nur bei ausreichender und anhaltender Feuchtigkeit bilden sich die charakteristischen rosa- bis orangefarbenen geweihartigen Strukturen, die eine Länge von bis zu 10 mm erreichen können.

Zwischen den infizierten Pflanzen finden sich auch gesunde Gräser, was das Gesamtbild diffus erscheinen lässt. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Symptombilder kommt es leicht zu Verwechslungen mit Dollar Spot oder Pink Patch. Der Pilz überdauert ungünstige Bedingungen als infektiöse Sporen (Sklerotien) im Rasenfilz — diese können bis zu zwei Jahre überleben.

Befallsfördernde Faktoren

  • Ungleichmäßige oder ungenügende Nährstoffversorgung — vor allem Stickstoffmangel
  • Dauerhaft feuchte Gräseroberfläche durch Tau oder Regen
  • Staunässe
  • Zu geringe oder zu starke Bewässerung
  • Anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen zwischen 15–25 °C
  • Langsam wachsende Gräser durch geringe Temperatur, Lichtmangel oder andere Krankheiten

Vorbeugende Maßnahmen

  1. Stickstoffversorgung sicherstellen — Rotspitzigkeit ist ein typischer Schwächeparasit; bei N-Defizit im Krankheitsfall schnell wirksame Stickstoffformen einsetzen, keine Langzeitdünger. Eine ausgeglichene und nachhaltige Nährstoffdüngung ist die wirksamste Vorbeugung.
  2. Belüftung verbessern — ausreichende Belüftung für schnelles Abtrocknen der Feuchtigkeit im Bestand; Tau am Morgen von den Gräsern entfernen.
  3. Bewässerung optimieren — nicht am Nachmittag oder in den Abendstunden wässern; durchdringend und eher selten bewässern; häufige Gabe geringer Wassermengen vermeiden.
  4. Rasenfilz reduzieren — übermäßigen Rasenfilz durch Vertikutieren beseitigen; im Filz überdauern die infektiösen Sporen des Pilzes bis zu zwei Jahre.
  5. Mähwerkzeuge schärfen — ein sauberer Schnitt minimiert die Verwundung der Blattspitzen und reduziert damit die Eintrittspforten für den Pilz.
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Rasendünger

Rotspitzigkeit reagiert als Schwächeparasit besonders gut auf eine gezielte Stickstoffdüngung. Professionelle Rasendünger von rasenwelt helfen, Nährstoffdefizite schnell und bedarfsgerecht auszugleichen.

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Bodenanalyse

Eine bodenchemische Nährstoffanalyse zeigt Stickstoffdefizite auf — die häufigste Ursache für Rotspitzigkeit-Befall — und ermöglicht eine gezielte Düngung.

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Bekämpfung und Fungizide

Eine Fungizidbehandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Bei schneller Erkennung und gezielter Stickstoffdüngung ist der Krankheitsverlauf in vielen Fällen beherrschbar. Bei der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln sind die Vorgaben des aktuellen Pflanzenschutzgesetzes zu beachten. Fungizide können für B2C-Kunden nicht über rasenwelt bezogen werden.

Literatur

Compendium of Turfgrass Diseases, Third Edition, R.W. Smiley, P.H. Dernoeden, B.B. Clarke, 2005 APS Press · STRI: Turfgrass Diseases, Bingley, UK 1979 · Color Atlas of Turfgrass Diseases, T. Tani, J.B. Beard, 1989 J. Wiley & Sons Inc.

Was ist Rotspitzigkeit beim Rasen?

Rotspitzigkeit (Red Thread) ist eine Pilzkrankheit durch Laetisaria fuciformis, die sich durch bräunlich-strohfarbene Bereiche und bei feuchter Witterung durch charakteristische rosa- bis orangefarbene, geweihartige Strukturen an den Blattspitzen zeigt.

Was verursacht Rotspitzigkeit?

Rotspitzigkeit ist ein typischer Schwächeparasit. Hauptursache ist Stickstoffmangel, kombiniert mit dauerhaft feuchten Gräseroberflächen, hoher Luftfeuchtigkeit bei 15–25 °C und langsam wachsenden, geschwächten Gräsern.

Wie bekämpft man Rotspitzigkeit?

Eine gezielte Stickstoffdüngung mit schnell wirksamen N-Formen ist die effektivste Maßnahme. Ergänzend helfen Taubeseitigung am Morgen, optimiertes Bewässerungsmanagement und die Reduzierung von Rasenfilz. Ein Fungizideinsatz ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Wie lange überleben die Sporen von Rotspitzigkeit?

Die infektiösen Sporen (Sklerotien) von Laetisaria fuciformis können im Rasenfilz bis zu zwei Jahre überleben und so immer wieder neue Infektionen im Bestand hervorrufen — ein weiterer Grund, übermäßigen Rasenfilz zu vermeiden.

Fragen zur Rotspitzigkeit?
Kein Problem! Kontaktiere uns – wir helfen gerne weiter!